Schulprojekt JUNIOR geht in die nächste Runde

In den JUNIOR-Programmen gründen Schülerinnen und Schüler eigene Start-ups. Foto: PantherMedia / luminastock

Schulprojekt JUNIOR geht in die nächste Runde

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JUNIOR-Programme ermöglichen es Schülerinnen und Schülern, sich die Grundprinzipien unternehmerischen Handelns und soziale sowie fachliche Kernkompetenzen anzueignen. Das Motto dabei: Wirtschaft erleben. Die Jugendlichen erlernen und erproben gemeinsam die Grundprinzipien unternehmerischen Handelns und eignen sich dabei soziale sowie fachliche Kernkompetenzen an, die sie für ihr weiteres Berufsleben benötigen.

JUNIOR ist seit 25 Jahren etabliert und an vielen Schulen präsent

Es ist wie im echten Leben: Eine smarte Geschäftsidee muss her. Genügend Kapital natürlich auch. Und eine gute Marketingstrategie, damit sich die Kunden um das neue Produkt reißen. Nicht nur fiktiv: „Die Idee ist keine Unternehmenssimulation, sondern findet am echten Markt statt“, erklärt dazu Kultusstaatssekretärin Anna Stolz. In Bayern ist das Projekt bereits seit 25 Jahren etabliert und an vielen Schularten präsent.

„Mit Unterstützung der Lehrkräfte als Schulpaten und ökonomischen Experten als Wirtschaftspaten können sich die Schülerinnen und Schüler als Jungunternehmer ausprobieren und eigene Geschäftsideen auf Markttauglichkeit überprüfen – unter realen Bedingungen“, sagt Stolz. Die Corona-Pandemie habe das gesellschaftliche Leben in Deutschland verändert und auch die Wirtschaft vor neue Herausforderungen gestellt. Deshalb sei es „vielleicht mehr denn je die Zeit für neue Ideen und innovative Projekte“, so Stolz.

Organisation und Erfolgsbeispiele

Organisiert wird das Projekt von dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) und dem Bildungsträger IW JUNIOR. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche fit für die Zukunft als Fach- und Führungskräfte zu machen und sie möglichst praxisnah auf die Arbeitswelt vorzubereiten.

Das Programm JUNIOR expert zum Beispiel richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der neunten Klasse. Rund 15 Jugendliche arbeiten dabei in einer Gruppe zusammen. Ihre Aufgabe ist spannend: Eigenverantwortlich müssen sie sich um die Kapitalbeschaffung durch den Verkauf von Anteilsscheinen, die Produktion und den anschließenden Vertrieb der angebotenen Produkte und Dienstleistungen bemühen.

„Dabei haben sie sich – wie im realen Wirtschaftsleben – an bestimmte Regeln und Abläufe zu halten. Lohnzahlung, Buchführung und die Abführung von Steuern und Sozialabgaben gehören zum Unternehmensalltag“, erklärt das bbw auf seiner Internetseite. Die JUNIOR-Unternehmen seien auf ein Schuljahr begrenzt. Danach würden sie aufgelöst, das Kapital einschließlich des möglicherweise erzielten Gewinns an die Anteilseignerinnen und -eigner ausgeschüttet.

Was bei den JUNIOR-Programmen entsteht, kann sich sehen lassen. So haben Schülerinnen und Schüler des Feodor-Lynen-Gymnasiums in Planegg zum Beispiel das Start-up Coveg gegründet. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zum Schutz der Gesundheit ihrer Mitmenschen zu leisten. Um in Zeiten der Pandemie für mehr Hygiene und eine Eindämmung des Virus zu sorgen, produzieren und verkaufen die Jugendichen innovative Desinfektionsmittelspender. Pfiffig ist auch die Geschäftsidee des JUNIOR-Teams am Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium in München. Flashbagz heißt das Schülerunternehmen dort. Es stellt umweltfreundliche und lässig aussehende Stoffbeutel her und vertreibt sie.

Bereits viele gelungene Geschäftsideen entwickelt

Mit einer digitalen Auftaktveranstaltung erfolgte in Bayern der Startschuss für die nächste Runde, also für die Schüler-Unternehmen, die zum zweiten Halbjahr ins Geschäftsleben eingestiegen sind. In all den Jahren des JUNIOR-Projekts seien schon viele gelungene Geschäftsideen entwickelt worden, lobt Stolz. In einer Videobotschaft wünschte die Kultusstaatssekretärin den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern viel Erfolg: „Nun könnt ihr zeigen, welch unternehmerisches Potenzial in euch steckt. Die Zukunft gehört euch. Seid mutig und nutzt die Gelegenheit, sie mit neuen Ideen zu füllen.“

Michael Mötter, stellvertretender Geschäftsführer im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft, äußert sich ebenfalls positiv: „Wir haben eine Bildungskette geschaffen, die von der frühkindlichen Erziehung über Aus- und Weiterbildung bis hin zur Hochschule der Bayerischen Wirtschaft reicht. Das Projekt JUNIOR passt hier hervorragend dazu.“ Es bringe Jugendlichen unternehmerisches Denken näher und motiviere zum selbstständigen Handeln. Damit baue das bbw eine Brücke zwischen den bayerischen Betrieben und jungen Talenten. „Wir fördern Unternehmertum – den Grundpfeiler des wirtschaftlichen Erfolgs von morgen“, so Mötter.

Brigitta Wenninger

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